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Blindengeld für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen


| Bild: Antrag Blindengeld | Sie sind blind, hochgradig sehbehindert und Ihre Sehbehinderung ist nicht nur vorübergehend?

Dann besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Anspruch auf Leistungen nach dem Hess. Landesblindengeldgesetz haben. Dazu ist ein Antrag erforderlich.

Das Blindengeld ist eine monatliche, im Voraus bewilligte Geldleistung, die es blinden beziehungsweise hochgradig sehbehinderten Menschen ermöglichen soll, trotz der visuellen Einschränkungen am täglichen Leben teilnehmen zu können. Diese blindheitsbedingten Mehraufwendungen sollen mit dem pauschalierten Blindengeld abgedeckt werden. In Frage kommen zum Beispiel Kosten für eine Begleitperson oder Personen, die dem blinden beziehungsweise sehbehinderten Menschen wegen seiner Sehverminderung behilflich sind, erhöhter Fahrtkostenbedarf (Taxi), Kosten für Zugang zu Medien durch spezielle Blindenzeitschriften, Hörbücher und Tonbandkassetten.



Fragen zum Thema:

  • Welche medizinischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Wonach richtet sich die Höhe?

  • Was ändert sich, wenn ich in eine Einrichtung aufgenommen werde?

  • Wie beantrage ich Blindengeld?

  • Welche Leistungen kann ich als blinder Mensch noch beantragen?

  • Worauf müssen blinde Menschen achten, um ihren Mitwirkungspflichten nachzukommen?




  • Welche medizinischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

    Nach dem Hess. Landesblindengeldgesetz werden die Personenkreise der blinden Menschen und der hochgradig sehbehinderten Menschen unterschieden. Die medizinischen Voraussetzungen für eine Blindengeldbewilligung für blinde Menschen bestehen, sofern das Sehvermögen auf keinem Auge und auch nicht bei beidäugiger Prüfung mehr als 2 % beziehungsweise bei hochgradig sehbehinderten Menschen nicht mehr als 5 % beträgt. Eine Gleichstellung mit diesem Personenkreis sieht das Gesetz dann vor, wenn besondere Beeinträchtigungen vorliegen. Hierzu zählen vor allem Gesichtsfeldeinschränkungen, die mit einer manuell kinetischen Prüfmarke, entsprechend Goldmann III/4 e, nachgewiesen werden müssen.


    Wonach richtet sich die Höhe?

    Die Höhe des Blindengeldes richtet sich nach der jeweiligen Einstufung in den Personenkreis der blinden oder den der hochgradig sehbehinderten Menschen.

    Blindengeld wird unabhängig von der Höhe des Einkommens und Vermögens bewilligt, solange die Voraussetzungen hierfür vorliegen. Bei Kindern und Jugendlichen sowie bei stationären Maßnahmen reduziert sich der Blindengeldanspruch.

    Werden bereits Leistungen wegen der Sehbehinderung oder Blindheit von einer anderen Stelle erbracht, erfolgt eine volle Anrechnung dieser Leistung auf das Blindengeld. Leistungen der Pflegekasse werden teilweise angerechnet.


    Was ändert sich, wenn ich in eine Einrichtung aufgenommen werde?

    Bei Aufnahme
    • in einem Heim,

    • in einem Internat

    • oder in eine andere Einrichtung

    • und/oder bei längerem Krankenhausaufenthalt
    ist das Blindengeld ab dem dritten Monat zu kürzen, wenn gleichzeitig Leistungen eines anderen öffentlichen Leistungsträgers bezogen werden:

    • Bei dem Personenkreis der blinden Menschen erfolgt eine Kürzung auf 50% des vollen Blindengeldes.

    • Bei hochgradig sehbehinderten Menschen reduziert sich der monatliche Blindengeldbetrag auf 10% des vollen Blindengeldes.
    Blindheitsbedingte Mehraufwendungen müssen weiterhin anfallen.


    Es haben nur hochgradig sehbehinderte Menschen einen Anspruch auf einen monatlichen Barbetrag (Taschengeld) gegen den Träger der Heimkosten, sofern neben dem Barbetrag ein zusätzlicher Bedarf besteht, der durch die Sehbehinderung hervorgerufen wird.


    Wie beantrage ich Blindengeld?

    Blindengeld wird auf Antrag bewilligt. Er besteht aus einem Formular "Antrag auf Bewilligung von Blindengeld nach dem Landesblindengeldgesetz" und einem Vordruck "Augenfachärztliche Bescheinigung".

    Klären Sie in einem Gespräch mit Ihrer Augenärztin bzw. Ihrem Augenarzt, ob die medizinischen Voraussetzungen vorliegen.
    Wenn die Einstufung befürwortet wird, ist die augenfachärztliche Bescheinigung als medizinischer Nachweis von Ihrem Augenarzt auszustellen. Die in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten sind von Ihnen zu tragen.
    Die entsprechenden Antragsformulare können Sie bei uns telefonisch oder per E-Mail anfordern oder als PDF-Datei herunterladen:

    Augenfachärztliche Bescheinigung

    Antrag auf Bewilligung von Blindengeld


    Worauf müssen blinde Menschen achten, um ihrer Mitwirkungspflicht nachzukommen?

    Änderungen in Ihren Lebensumständen können Einfluss auf die Zahlung von Blindengeld haben. mehr Informationen


    Welche Leistung für blinde Menschen gibt es noch?

    Aufstockungsleistungen

    In Hessen ist der Zahlbetrag des Blindengeldes seit dem 01.01.04 niedriger als der Betrag der Blindenhilfe. Der Differenzbetrag bis zu einer Höhe von 95,44 Euro (Stand ab 01.07.2016) kann auf Antrag für den Personenkreis der blinden volljährigen Menschen als Aufstockungsleistung zusätzlich bewilligt werden. Hierbei handelt es sich um eine Sozialhilfeleistung, die von Einkommens- und Vermögensverhältnissen abhängig ist.

    Weitere Informationen finden sie hier.